am Samstagnachmittag war unsere erste Stadtführung.

Bei schönem Wetter wurde der Chor an der ersten Station vor der Alten Stadtapotheke schon von einer stattlichen Zahl gespannter Zuhörer*innen erwartet. Mit dem Chor kamen einige Personen, die eindeutig aus der Vergangenheit den Weg hierher gefunden hatten. So begrüßte Emma Heim-Koch aus dem 19. Jahrhundert die Anwesenden und führte anschließend als Stadtführerin zu sieben weiteren historischen und wunderschönen Plätzen. Man traf einen Richter, der ein ungewöhnliches, aber damals durchaus übliches Urteil fällte, der Münsterpfarrer Friedrich Werber berichtete warum er als "Hetzkaplan" in die Radolfzeller Geschichte einging, und am Österreichischen Schlösschen gesellte sich sogar der Geist des Erzherzogs Leopold V. dazu. Eine Frauengruppe erinnerte lautstark an die Zeit, als es noch nicht selbstverständlich war, dass Frauen Zugang zu Bildung und Arbeit hatten. Dr. Anton Flar berichtete, warum er der Stadt Radolfzell den Ölberg schenke und der Fischer macht seiner Frau im Grienen Winkel seinen großen Fang schmackhaft.

Stimme aus dem Publikum, Anja aus Radolfzell:
vielen Dank für dieses tolle Erlebnis, was für eine gigantische Idee, so toll umgesetzt mit den passenden Liedern, klasse, da kann man auch als Radolfzeller noch viel Neues erfahren und immer noch was lernen.

Unsere Chorleiterin Selina Fritz hatte sehr gut zum Kontext passende Lieder ausgesucht, die nun das erste Mal erklingen konnten. Es war eine gelungene Mischung diverser Stilrichtungen.

Vom Studentenlied „Krambambuli“ bis zur Pop-Ballade „Übern See“ von Lorenz Maierhofer. „To everything there is a season“ regte zum Philosophieren an; im Gegensatz dazu wird im Song der Wise Guys die Exfreundin dorthin gewünscht wo der Pfeffer wächst.

Der Pianist Thomas Förster begleitete und untermalte den Chorgesang und brachte dem Publikum seine Kunst mit seiner Variation zum Traditional „Scarborough fair“ näher.

Selina Fritz begleitete mit dem Akkordeon den Frauenprotestzug. Das Heckerlied hatte einen neuen Text bekommen in den es unter anderem heißt: „Wir wollen von den Männern unabhängig sein“.

Beim Pavillon des Stadtgartens regte „Sound of Silence“ von Simon&Garfunkel zum Mitsingen an und auch bei der Body Percussion zum „Tik-Tok-Star“ „The Wellermann“ war das Publikum voll dabei.

Den Zuschauern und Zuhörerinnen hat es gut gefallen: als kurzweilig, stimmungsvoll, abwechslungsreich, runde Sache wurde es beschrieben und manch einer lernte sein Radolfzell ganz neu kennen.

Noch drei Mal wird es die „Musikalische Stadtführung“ geben.

Termine: Dienstag 10.05. und  Freitag 20.5. jeweils um 18 Uhr und am Samstag 21.5. um 15:30 Uhr.

Unsere Projekte werden im Rahmen des bundesweiten Programms NEUSTART AMATEURMUSIK gefördert.